Energie-Plus-Haus
Farschweiler
Energie gespart, Material recycelt und holzleimfrei gefügt
Energie gespart, Material recycelt und Holzleimfrei gefügt
Angestiftet von der Liebe zum Baustoff Holz und der Suche nach technischen Innovationen im Bereich der Energieversorgung und Ökologie entstand das Energie-Plus-Haus in Farschweiler.
Das Einfamilienhaus legt sich als flacher Baukörper bildlich auf das abfallende Grundstück und bildet im Obergeschoss eine Plattform, die Innen und Außen verbindet und einen herrlichen Ausblick in die Landschaft bietet. Die Formensprache ist eigenständig und selbstbewusst. Gleichzeitig fügt sich der zweigeschossige, traufständige Baukörper mit Satteldach in die Bebauungsstruktur der Anliegerstraße ein.
Das Sockelgeschoss nimmt den Geländesprung auf. Es besteht aus Sichtbeton mit integrierter Vakuumdämmung. Darauf steht ein reiner Holzbau mit geneigtem Satteldach.
Die Oberflächen der tragenden Holzwände sind bewusst unverkleidet. Die Holzbauteile erfüllen statische Funktionen und fördern ein ausgeglichenes Raumklima im Inneren. Die massiven Brettsperrholzelemente sind leimfrei miteinander verbunden und nur gedübelt, um möglichst schadstofffrei zu bauen.
Die Massivholzwände haben ein sehr gutes Wärmespeichervermögen. Die luftdichte, wärmebrückenfreie und wärmegedämmte Hülle reicht bis unter die Bodenplatte, die auf recyceltem Glasschaumschotter lastet.
Die Fassade ist mit dicht gestoßenen Profilen aus sibirischer Lärche verkleidet, einem Restprodukt aus der Herstellung von Fensterprofilen, das hier recycelt und lediglich geölt eingebaut wurde.
„Auf den ersten Blick würde kaum jemand vermuten, dass es sich bei dem skulpturalen Holz-Beton-Bau mit dem riesigen Panoramafenster auf der Nordseite um ein Plusenergiehaus handelt. Doch der Neubau reizt neue Bautechniken und Möglichkeiten energiesparenden Bauens konsequent aus.“
Bruno Peter, Redakteur der DBZ 06|2014
Auf den Dachflächen sind Photovoltaik- und Solarthermiemodule angeordnet. Sie machen aus dem Passivhaus ein Energie-Plus-Haus.
Das große Fenster nach Norden eröffnet einen spektakulären Blick in die Landschaft.
Da der Fensteranteil nach Norden eigentlich so gering wie möglich sein sollte, um Wärmeverluste zu reduzieren, wurde hier ein spezielles Fenster mit Vierfachverglasung entwickelt.
Außenbündig mit überglastem Rahmen wirkt es als Intarsie im hölzernen Baukörper und betont die eigenständige Gebäudeform.
Farschweiler
Beauftragung, 2006–2012
bis 2023 ARCHITEKTEN STEIN HEMMES WIRTZ
Architekturpreis Energie Rheinland-Pfalz 2013, Anerkennung
RWE Innovationspreis Wärmepumpe 2012, 1. Platz
Holzbaupreis Rheinland-Pfalz 2011, Anerkennung
Tag der Architektur Rheinland-Pfalz 2011
Atlas Of European Architecture, 2015, Verlag Braun Publishing AG
Passive Houses, Verlag Braun Publishing AG
Weitere Zeitschriften- und Internetveröffentlichungen
Fotos von Eibe Sönnecken, Darmstadt